Mit einem feierlichen Festakt hat die IBL-Löttechnik GmbH ihren neuen Hauptsitz im Gewerbegebiet Breitweidig in Forchheim offiziell eröffnet. Der Neubau ist weit mehr als eine Flächenerweiterung: Er ist das Herzstück einer durchdachten Fertigungsstrategie, mit der IBL seine hohe Fertigungstiefe weiter ausbaut, die CNC-Fertigung modernisiert und die Produktion verschiedener Anlagenreihen gezielt auf zwei Standorte aufteilt, für kürzere Durchlaufzeiten, höhere Flexibilität und noch zuverlässigere Lieferfähigkeit.
Von der Garage zum modernen Fertigungsstandort
IBL-Löttechnik wurde 1985 von Helmut Leicht in Augsburg zunächst als Ingenieurbüro gegründet, bescheiden, in einer Garage. Bereits zwei Jahr später, 1987, begann das Unternehmen mit der Fertigung der ersten eigener Dampfphasenlötanlagen. 1992 folgte der Umzug nach Königsbrunn bei Augsburg, wo die Produktionsfläche über die Jahre von rund 500 auf 2.000 Quadratmeter wuchs. Mit dem neuen Standort in Forchheim kommen nun weitere 2.800 Quadratmeter hinzu. Die Gesamtfläche des Unternehmens steigt damit auf rund 4.800 Quadratmeter.
Seit 2017 führt Armin Leicht das Unternehmen in zweiter Generation. Mit der Eröffnung in Forchheim setzt er die Vision seines Vaters in die Tat um. Der Neubau wurde noch gemeinsam geplant, den Abschluss erlebte Helmut Leicht leider nicht mehr.
„Ich bin mir sicher, dass er am heutigen Tage bei uns ist.“
Armin Leicht, Geschäftsführer der IBL-Löttechnik GmbH, in seiner Eröffnungsrede
Mit dem Standort in Forchheim kann die IBL-Löttechnik den Aufbau Ihrer neuen Inline-Anlagenserie CCS100/Smartphase forcieren und in neue Märkte expandieren.
Forchheim als strategischer Standort
Die Wahl fiel bewusst auf Forchheim. Die hervorragende Anbindung an das Autobahnnetz, die Nähe zum Flughafen Nürnberg sowie der Zugang zu Fachkräften aus der Metropolregion waren ausschlaggebend. Strategisch entscheidend war jedoch vor allem die Möglichkeit, hier einen vollwertigen, eigenständigen Fertigungsbetrieb aufzubauen. Mit modernen CNC-Fräsmaschinen, eigener Zerspanung und Montagekapazitäten für definierte Anlagenreihen wird Forchheim zum zweiten vollausgestatteten Produktionsstandort des Unternehmens. Aktuell beschäftigt IBL sieben Mitarbeitende am neuen Standort; perspektivisch sollen es 20 bis 30 werden, in den Bereichen Zerspanungsmechanik, Mechanik, Elektrik sowie Entwicklung und Vertrieb.
Zur Eröffnung gratulierten neben zahlreichen Geschäftspartnern auch die lokale Politik. Wolfram Brehm, Hauptgeschäftsführer der IHK für Oberfranken Bayreuth, würdigte die Bedeutung des Vorhabens für die Wirtschaftsregion. Abgerundet wurde dies mit einem Grußwort aus der bayrischen Staatskanzlei vom Leiter der Staatskanzlei Herrn Dr. Florian Herrmann, welcher die Bedeutung der mittelständischen Unternehmen für die bayrische Wirtschaft hervorhob und die IBL-Löttechnik als einen Technologieführer zu Ihrem neuen Standort in Oberfranken gratulierte.
Technologieführer mit globaler Reichweite
IBL gilt als Pionier und Technologieführer im Bereich des Dampfphasenlötens elektronischer Baugruppen. Das Verfahren überzeugt durch schonende und gleichmäßige Erwärmung, hohe Reproduzierbarkeit, Prozesssicherheit und eine deutlich schnellere Wärmeübertragung im Vergleich zu konventionellen Konvektionsöfen. Die Anlagen kommen überall dort zum Einsatz, wo besonders zuverlässige Lötverbindungen gefordert sind, in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungstechnik, der Automobilindustrie, der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie sowie im Bereich Green Energy und E-Mobilität.
Heute beliefert IBL Kunden in über 70 Ländern weltweit, unterstützt durch ein Netz von mehr als 80 Vertriebspartnern. Mehr als 30 nationale und internationale Patente unterstreichen die kontinuierliche Innovationskraft des Unternehmens. Neben dem Stammsitz in Königsbrunn und dem neuen Hauptsitz in Forchheim betreibt IBL eine Tochtergesellschaft in St. Cloud, FL USA.
Auszeichnung für langjährige Partnerschaft
Im Rahmen der Eröffnungsfeier würdigte IBL besonders langjährige Vertriebspartner mit eigens vergebenen Auszeichnungen. Als herausragendes Beispiel: Die Firma Bienert Labor- und Fertigungseinrichtungen, seit 1995 Partner von IBL, wurde für ihre über drei Jahrzehnte währende Zusammenarbeit geehrt. Ein seltenes Zeichen der Verlässlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens in einer schnelllebigen Branche.
Fachliche Vorträge und Schulungen rundeten das Programm ab und unterstrichen den Anspruch von IBL, nicht nur zu eröffnen, sondern Wissen zu teilen und Netzwerke zu stärken.
Internationales Netzwerk zu Gast in Forchheim
Ein besonderes Zeichen der globalen Strahlkraft von IBL war die Zusammensetzung der Gästeliste. Zur Eröffnungsfeier reisten Vertriebspartner und Geschäftsfreunde aus aller Welt an, aus zahlreichen europäischen Ländern ebenso wie aus der Türkei, Südkorea, Japan, China und den USA. Dass Unternehmenspartner teils weite Anreisen auf sich nahmen, um an diesem Tag in Forchheim dabei zu sein, unterstreicht die Tiefe und Qualität der Beziehungen, die IBL über Jahrzehnte hinweg auf allen Kontinenten aufgebaut hat.
Die Präsenz internationaler Gäste machte die Veranstaltung zu mehr als einer regionalen Eröffnungsfeier. Sie wurde zum Treffen einer weltweiten Fachgemeinschaft, ein lebendiger Beweis dafür, dass Forchheim künftig nicht nur Produktionsstandort, sondern auch Treffpunkt für die globale Dampfphasenlöt-Branche ist.
Fertigungsstrategie: Spezialisierung statt Zentralisierung
Der Neubau in Forchheim ist das Ergebnis einer konsequenten strategischen Entscheidung. IBL bleibt seiner Philosophie der hohen Fertigungstiefe treu und setzt sie auf einem neuen Niveau um. Während viele Mitbewerber Fertigung auslagern oder vereinfachen, geht IBL den entgegengesetzten Weg und investiert in eigene Kompetenz, eigene Maschinen und eigene Prozesse.
Konkret bedeutet das, dass unterschiedliche Anlagenreihen künftig gezielt an den jeweils spezialisierten Standorten gefertigt werden. Batch-Systeme und bestehende Serienlinien bleiben in Königsbrunn, während Forchheim die Produktion der neuen Inline-Anlagenserie CCS100/Smartphase übernimmt. Diese klare Aufgabenteilung ermöglicht es, Bauzeiten zu reduzieren, Prozesse zu optimieren und Lieferzeiten spürbar zu verkürzen, ohne Abstriche bei der Qualität. Mit lokalen Lieferketten, modernster CNC-Technologie und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Effizienz bleibt IBL dabei seinem Anspruch an „Made in Germany“ in jeder Hinsicht treu.